Nähe, Würde und echte 
Begegnungen

„Hier kann ich wirklich 
für Menschen da sein.“
Anasthasiia, PflegefachkraftCaritas-Hospiz Pankow

Pflegefachkraft

Anastha­siia­ Yavtu­shenko

Stell dich kurz vor.
Ich bin Anastasiia und arbeite als Pflegefachfrau im Hospiz. Meine Ausbildung habe ich generalistisch absolviert und bin danach direkt hier eingestiegen.
Meine wichtigste Aufgabe ist die Begleitung von sterbenden Menschen und auch ihrer Angehörigen.

Wie bist du zum Hospiz gekommen?
Während meiner Ausbildung hatte ich verschiedene Einsätze. Für meinen letzten Einsatz habe ich mich – eher zufällig – für das Hospiz entschieden.
Ich bin sogar vorher oft daran vorbeigelaufen, ohne zu wissen, dass es hier eines gibt. Dann habe ich mich beworben, wurde sehr herzlich empfangen und durfte fünf Wochen hier als Auszubildende verbringen.
Und da war für mich klar: Das ist genau der Ort, an dem ich arbeiten möchte.

Was hat dich überzeugt zu bleiben?
Vor allem die Zeit, die man hier hat. Zeit für Gespräche, Zeit für echte Begegnungen.
Ich habe gemerkt, dass ich hier wirklich für Menschen da sein kann – nicht nur pflegerisch, sondern auch menschlich.
Dazu kommt das Team: unterstützend, offen, respektvoll. Man arbeitet hier wirklich miteinander, nicht nebeneinander.

Die Arbeit im Hospiz ist emotional sehr intensiv. Was gibt dir Kraft?
Für mich ist es eine große Ehre, Menschen in dieser letzten Phase zu begleiten.
Die schönsten Momente sind oft die ruhigsten: ein gutes Gespräch, ein ehrlicher Austausch, einfach da sein.
Man nimmt aus dieser Arbeit unglaublich viel mit, auch für das eigene Leben. Man lernt, den Moment mehr zu schätzen.

Was macht dein Team besonders?
Das Team ist für mich der wichtigste Faktor.
Wir sind sehr offen miteinander, unterstützen uns gegenseitig und lassen niemanden alleine, auch in schwierigen Situationen.
Ich konnte hier immer ich selbst sein und wurde von Anfang an ernst genommen, auch als jüngste im Team.

Wie war dein Einstieg nach der Ausbildung?
Sehr strukturiert und unterstützend.
Ich hatte eine richtige Einarbeitungszeit und konnte Schritt für Schritt ankommen. Ich wurde nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern begleitet.
Das hat mir viel Sicherheit gegeben, gerade in einem so sensiblen Bereich.

Was hat dich besonders positiv überrascht?
Die Arbeitsbedingungen.
Wir sind gut besetzt, haben Zeit für unsere Gäste und müssen nicht ständig kämpfen, weder um Materialien noch um Unterstützung.
Das macht einen riesigen Unterschied im Alltag.

Was würdest du Menschen raten, die überlegen, im Hospiz zu arbeiten?
Seid offen und mutig.
Es ist kein leichter Bereich aber ein sehr besonderer. Man erlebt hier unglaublich viel Menschlichkeit.
Und manchmal fühlt sich das Leben hier intensiver an als anderswo.

In drei Worten: Wie würdest du deine Arbeit beschreiben?
Familiär. Authentisch. Offen.